Seniorenaustausch – warum nicht?

Ende Januar erreiche mich eine Mail von Paula Schuth, SSYL. Eine finnische Rentnerin suchte eine Möglichkeit, Zeit in einer deutschen Familie zu verbringen, um ihre Deutschkenntnisse aufzufrischen. Seit über 15 Jahren suche ich Gastfamilien für finnische Gastschüler in Nordrhein Westfalen (Programm von SSYL und DFG).  Zusätzlich einen Seniorenaustausch anzustreben hatte ich schon länger im Sinn. 

Wir, Achim und Christa, sind ein Ehepaar (75 und 72 Jahre alt) und unsere Kinder sind schon länger aus dem Haus. Platz haben wir genug und wir haben Pirjo spontan zu uns ins Bergische Land eingeladen.

Mehrere Mails gingen hin und her. Dann kam Pirjo Mitte März für 10 Tage zu uns. Es war eine schöne Zeit. Pirjo spricht sehr gut Deutsch und wir mussten nur selten ein Wörterbuch zu Hilfe nehmen. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt, es hat fast nur geregnet. Wir hätten Pirjo gerne mehr vom Bergischen Land gezeigt. So hat sie nur den Altenberger Dom, die Altstadt  Lennep, die Wuppertalsperre, Schloß Burg, die Müngstener Brücke und Wuppertal gesehen. Dafür habe ich aber von ihr gelernt, wie man Korvapuusti und Karjalanpiirakka backt.

Sommer – Sonne – Juhannus

Sonne, Wasser, gute Laune

von Madrisa Cleff

Mit diesen Worten lässt sich das diesjährige Juhannusfest an der Ruhr am Freitag, den 21.6.2019 umschreiben. Ja, was hatten wir auch in diesem Jahr wieder für ein Glück mit dem Wetter! Es war nicht zu kalt, nicht zu heiß, die Jacken mussten frühestens in der Dämmerung angezogen werden. Die Sonne schien vom blauen Himmel, der mit kleinen weißen Schönwetterwolken dekoriert war.
Um 17 Uhr ging es auf der großen Wiesen neben dem „Königlichen Schleusenwärterhaus“ los. Am Begrüßungsstand bekam man sowohl das Programm, als auch die Bändchen für die Schiffsfahrt. Und die ersten Blumenkränze wurden geflochten und schmückten für den Rest des Abends so manches weibliche Haupt. An den Tischen unter den Platanen hatten sich viele DFGler eingefunden und unter sie mischte sich das Laufpublikum, was hier eher ein Fahrpublikum war, da viele Menschen das schöne Wetter für eine Fahrradtour nutzen und am Schleusenwärterhaus eine Pause einlegten. Sie alle kamen in den Genuss der Begrüßung durch die DFG und dann trat tatsächlich Klein-My vor die Bühne! Besuch aus dem Mumintal bei unserem Juhannusfest! Und Klein-My wurde dann auch gleich interviewt und berichtet, wo sie denn eigentlich herkam. Ein lustiges Gespräch war die Folge! Danke an Maren und Madrisa!
Nach dem Interview durfte sich nicht nur Klein-My an Flammlachs, Würstchen, Flammkuchen und Pommes laben, die von der Wabe Witten angeboten und verkauft wurden.

 

Wer genug gegessen hatte, konnte die Kalorien bei einer Tanzstunde mit Sirkka wieder abtrainieren (Danke Sirkka, das Du jedes Jahr die Tanzlehrerin bist!). Genussvoll konnte man auch den Akkordeonklängen lauschen, die von der Bühne herunterschallten oder der Tanzgruppe Finnlore zusehen. Auch eine Runde Mölkky wurde gespielt (Danke Peter, für Deinen Einsatz!) und so flogen die Hölzer auch in diesem Jahr wieder über die Wiese. Langeweile konnte da nicht aufkommen. Zumal man viele bekannte Gesichter in der Menge sah und mal hier, mal dort mit jemandem zu einem kleinen Plausch stand.

 

Um 19 Uhr stach dann die „Schwalbe II“ voll beladen in See. Oder besser, Komma in die Ruhr und dann in den Kemnader See. Vorbei ging die Fahrt an traumhaft schönen Uferstreifen und vielen Wasservögeln. Ein Quiz über Finnland ließ an Bord die Köpfe rauchen: Was heißt Heinäkuu wörtlich übersetzt? In welchem Jahr ist Finnland UNO-Mitglied geworden? Welcher Finne überflog als erster in der Welt die 200m-Marke im Skispringen? Die Siegerin durfte sich über ein finnisches Kochbuch freuen. Wer wollte, konnte danach noch einige Lieder gemeinsam singen. Oder aber den Ruderern zusehen, die es tatsächlich für eine zeitlang schafften, mit uns Schritt zu halten.
Nach der wunderschönen Schiffsfahrt landeten wir wieder am Schleusenwärterhaus, wo noch die Band, die die Nicht-Schiffsfahrer unterhielt, die letzten Takte spielte.

 

Doch ein Highlight jagte das nächste. Kaum war es dunkel genug, trat der Jugendzirkus „Ratz Fatz“ aus Bochum mit einer Feuershow auf. Da wurde Feuer gewirbelt, geworfen, gedreht. Immer wieder neue Akteure traten auf die Wiese vor der Bühne, um ihr Können zu zeigen. Eine wunderbare und beeindruckende Show! Vielen Dank nach Bochum!
Zum guten Schluss durfte eine Sache nicht fehlen: Nachdem wir so viel Feuer gesehen hatten, wurde es endlich entzündet: Kokko! Unser Juhannusfeuer!

Doch auch der längste Tag des Jahres hat ein Ende und im Dunklen machten wir uns auf den Rückweg zur Straße und den Autos.
Vielen Dank an alle Beteiligten für dieses wieder mal wunderbare Fest! Und im nächsten Jahr denke ich auch an meine Gummistiefel für den Gummistiefelweitwurf-Wettbewerb!