Homeschooling ist gar nicht so schwer – zumindest in Finnland

Rechnenlernen auf dem iPad und Präsenzunterricht über Video: In Finnland war das während des Lockdowns möglich. Während sich in Deutschland die Lernzeit der Schüler fast halbierte, ist sie in Finnland nur minimal gesunken. Umgang mit digitaler Technik ist Bestandteil des Lehrplans an der Uni. Rund sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts gibt Finnland für Bildung aus, das meiste Geld fließt in die Digitalisierung. In Deutschland sind es deutlich weniger, nur 4,3 Prozent, wenn auch mit steigender Tendenz. Große Unterschiede gibt es aber nicht nur in der technischen Ausstattung, sondern auch in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer: Alle Bewerber auf einen Studienplatz auf Lehramt müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren bestehen, in dem auch die pädagogischen und sozialen Fähigkeiten geprüft werden. Nur etwa jeder oder jede Zehnte wird genommen. Der Umgang mit digitaler Technik ist Bestandteil des Lehrplans an der Uni. Die jüngeren Lehrer geben älteren, noch nicht so technikversierten Kollegen in einem Tutorenmodell Nachhilfe. Am Jahresende werden sie dafür mit einer Bonuszahlung belohnt.

Quelle:„DieZeit“, Bericht von Elise Landschek, 24. September 2020

Klimaschutz per App

Finnland ist für technologischen Fortschritt und Klimabewusstsein bekannt. Beides wollen die Men- schen in der finnischen Stadt Lahti verbinden. Sie überwachen ihren CO2-Fußabdruck, um klimaschädli- che Emmissionen zu senken – per Smartphone-App: Niko Suuvisilta checkt noch schnell seine Whats- App-Nachrichten, wie das Wetter morgen aussieht in Südfinnland – und: für wieviel ausgestoßenes CO2 er heute schon verantwortlich ist. Ein gutes Kilo, ein ordentlicher Wert sei das, findet der 28-Jährige und wirft nochmal einen Blick auf sein Smartphone: „Das ist unsere CitiCAP-App. Ich sehe hier auf einen Blick meinen individuellen CO2-Ausstoß. Die App erkennt und speichert automatisch, wie ich mich fortbewege: ob ich gehe, mit dem Rad fahre, das Auto nehme oder einen Zug. Nehmen wir den heutigen Tag: Hier sieht man, dass ich gegangen bin, dann waren zwei Stunden ohne Bewegung, dann habe ich den Bus zur Arbeit genommen. Wenn ich das jetzt anklicke, sehe ich genau auf einer Karte, wo und wie lange ich unterwegs war – und dass ich mit der Busfahrt 1,1 Kilogramm CO2 ausgestoßen habe.“

Quelle: Deutschlandfunk https://www.deutschlandfunk.de/lahti-in-finnland-klimaschutz-per-app.795.de.html?dram:article_id=483028

Finnischer Tango – Das Duo Lehtojärven Hirvenpää in Bochum

Finnischer Tango im Trauzimmer der Marina, das Duo Lehtojärven Hirvenpää singt vom „unstillbaren Hunger nach Leben“.

Das stand als Titel im Hellweger Anzeiger, Bergkamen.
Der Redakteur Klaus-Dieter Hoffmann beschrieb das Konzert, das am 21.10.19 stattfand und hier auszugsweise wiedergegeben wird:

Sie kamen aus den verschneiten Wäldern Lapplands im hohen Norden Finnlands, doch ihre Musik und noch mehr die Geschichten, die Jaakko Laitinen und Harri Kuusijärvi vom finnischen Duo „Lehtojärven Hirvenpää“ am Montagabend im Trauzimmer der Marina erzählten, waren alles andere als unterkühlt. Ganz im Gegenteil.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat Bergkamen hatte einmal mehr die Vorsitzende vom Bezirk der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Bochum-Witten, Elfi Heua, zu einem Abend mit traditioneller finnischer Musik ins Trauzimmer eingeladen.

„Nur mit dem Tango konnten wir Finnen über das reden, was wir vor den russischen und deutschen Besatzern nicht aussprechen durften, denn nur mit unserem „Finnischen“ Tango können wir all unsere Gefühle ausdrücken, die es in der Einsamkeit Finnlands gibt“, antwortete und erzählte Sänger Jaakko Laitinen mit beeindruckender Bassstimme.

In seinem Repertoire hat das Duo „Lehtojärven Hirvenpää“ zugleich klassische Traditionals, wie auch moderne Eigenproduktionen.

Und was Jaakko Laitinen mit seinen Worten nicht auszudrücken vermochte, erzählte Harri Kuusijärvi mit den virtuosen Klängen auf seinem Knopfakkordeon und gelegentlich mit einem dezent-leisen „Whistling“.

Spätestens, als das Duo noch einige flotte „Humppas“, der finnischen Variante des Foxtrotts, anstimmte, kam bei so manchen ein unstillbares Verlangen auf. Und es wurde Zeit, die Stehtische im Trauzimmer beiseite zu räumen, damit die Tanzbegeisterten unter den Zuhörern nun endlich einen waschechten „Humppa“ auf’s Parkett legen konnten.

Mit Finnlands heimlicher Tango- Hymne „Satumaa“ endete das Konzert.

45 Jahre Bezirksgruppe Bochum-Witten

von Jürgen Mannherz

Wir haben am 13.Oktober 2019 Geburtstag gefeiert; unsere Gruppe ist 45 Jahre alt geworden.

In Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Bochum-Nord fand die Feier in der Erlöserkirche Bochum-Hiltrop und dem dortigen Gemeindehaus statt. Die Kirche verfügt über eine 90jährige Faust-Orgel spätromantischer Disposition, sie wurde 2007 aufwändig restauriert unter Beibehaltung ihres spätromantischen Charakters. Unsere Vorsitzende Elfi Heua konnte Herrn Dr. Hans-Christian Tacke, den Organisten ihrer Heimatgemeinde Bergkamen gewinnen, der uns ein Programm mit überwiegend finnischen Komponisten präsentierte. Wir hörten Werke von Torsten Stenius, Heikki Klemetti, Oscar Pahlman, Frederik Isaksson, Selim Palmgren, Oskar Merikanto, Jean Sibelius, aber auch J.S.Bach und auch Nightwish (ein Arrangement von Dr. Tacke).

Zu Beginn begrüßte der Gemeindepfarrer Herr Sonneborn, die ca. 100 Gäste und betonte seine Freude, Gastgeber dieser Geburtstagsfeier zu sein. Der Organist gab eine kurze Erklärung der Orgel und der Stücke, die er spielte.

Im Anschluss lud die Vorsitzende ins Gemeindehaus zu Sekt und Kaffee ein; fleißige Finninnen hatten eine Menge Zimtschnecken und Karjalan piirakkat gebacken; etwa 50 Gäste griffen gerne zu.

Hier wurden Grußworte verlesen von Herrn Denis Radtke, Mitglied der europäischen Union und zuständig für das Ruhrgebiet. Michael Giesen von der Bezirksgruppe Düsseldorf war wegen Krankheit abwesend, grüßte und beglückwünschte uns aber schriftlich. Werner Partner sprach ein Grußwort und der Hausherr Pfarrer Sonneborn bot sein Haus für künftige Feiern der DFG an.

Erfreulich war, dass unter den Gästen auch junge Leute und Jugendliche waren. Wichtig waren für viele das Wiedersehen und die Gespräche mit Freunden, die man länger nicht gesehen hatte. So diente diese Geburtstagsfeier auch der Festigung der Beziehungen und dem Zusammenhalt in der DFG.

Seniorenaustausch – warum nicht?

Ende Januar erreiche mich eine Mail von Paula Schuth, SSYL. Eine finnische Rentnerin suchte eine Möglichkeit, Zeit in einer deutschen Familie zu verbringen, um ihre Deutschkenntnisse aufzufrischen. Seit über 15 Jahren suche ich Gastfamilien für finnische Gastschüler in Nordrhein Westfalen (Programm von SSYL und DFG).  Zusätzlich einen Seniorenaustausch anzustreben hatte ich schon länger im Sinn. 

Wir, Achim und Christa, sind ein Ehepaar (75 und 72 Jahre alt) und unsere Kinder sind schon länger aus dem Haus. Platz haben wir genug und wir haben Pirjo spontan zu uns ins Bergische Land eingeladen.

Mehrere Mails gingen hin und her. Dann kam Pirjo Mitte März für 10 Tage zu uns. Es war eine schöne Zeit. Pirjo spricht sehr gut Deutsch und wir mussten nur selten ein Wörterbuch zu Hilfe nehmen. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt, es hat fast nur geregnet. Wir hätten Pirjo gerne mehr vom Bergischen Land gezeigt. So hat sie nur den Altenberger Dom, die Altstadt  Lennep, die Wuppertalsperre, Schloß Burg, die Müngstener Brücke und Wuppertal gesehen. Dafür habe ich aber von ihr gelernt, wie man Korvapuusti und Karjalanpiirakka backt.